Hepatitis B 

Allgemeine Information

Die Virushepatitis-B gehört zu den häufigsten übertragbaren Krankheiten weltweit. Jedes Jahr gibt es bei uns in Deutschland ca. 25.000-50.000 neue Hepatitis-B Infektionen. Ca. 300 Millionen Menschen weltweit haben eine chronische Hepatitis-B.

Ansteckungsmöglichkeiten

Der Hauptübertragungsweg für das Hepatitis-B Virus ist infiziertes Blut. Hierbei sind die Übertragungswege über infizierte Blutkonserven, Blutprodukte, dem Geburtsvorgang, verunreinigte Spritzen, oder Übertragungswege des Geschlechtsverkehrs möglich. Ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, Drogenabhängige, Dialysepatienten, Empfänger von Blutprodukten und Neugeborene von Müttern mit chronischer Hepatitis-B. Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Infektion und Erkrankung) beträgt 1-6 Monate. In ca. 65% der Fälle verläuft die akute Infektion ohne größere Beschwerden und heilt aus. Ca. 30% der Fälle entwickeln eine Komplikation im Sinne der chronisch aktiven Hepatitis B. Schwere Verläufe mit Leberversagen treten in ca. 1% der Fälle auf.

Diagnose

Die Diagnose von Hepatitis-B erfolgt durch den einfachen Nachweis von Antikörpern gegen das Hepatitis-B Virus im Blut. Zudem wird das Virusantigen (HbsAG) nachgewiesen. Von einer chronischen Leberentzündung durch das Hepatitis-B Virus spricht man, wenn nach mehr als einem ½ Jahr nach der akuten Leberentzündung noch eine aktive Vermehrung des Hepatitis-B Virus noch nachweisbar ist. Am Ende einer chronischen Hepatitis-B kann eine Leberzirrhose oder auch in seltenen Fällen auch ein Leberzell-Carcinom entstehen.

Therapie

Um die Komplikation wie Leberzirrhose und Leberzell-Carcinom bei der chronischen Hepatitis-B zu vermeiden ist bei bestimmten Patienten mit dem Nachweis von noch deutlicher Entzündungsaktivität möglichst frühzeitig eine antiviral Therapie einzuleiten. Ziel der Behandlung ist die Inaktivierung des Virus im Blut. Vor Einleitung der Behandlung sind verschiedene Blutuntersuchungen, Ultraschall des Bauchraumes und gegebenenfalls eine Leberpunktion mit Gewebeentnahme notwendig. Zur Behandlung der chronischen Hepatitis-B wird a- Interferon (Roferon A, Intron A), oder pegyliertes Interferon (Pegasys) über ein halbes Jahr eingesetzt. Der körpereigene Stoff Interferon ist nur in Spritzenform verfügbar, wird gentechnisch hergestellt und muss im Rahmen der Behandlung dreimal in der Woche unter die Haut gespritzt werden.

Nebenwirkungen

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber und Husten. Vorallem vorbestehende Depressionen können durch das Medikament deutlich verstärkt werden. Daraus ergibt sich dass während der Therapie regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Arzt erforderlich sind. Eine weitere Möglichkeit zur Therapie der chronischen Hepatitis-B ist die Substanz Lamivudin (Epivir, Zeffix). Dieses Medikament muss in der Regel 12 Monate als Tablette oder Saft eingenommen werden. Die Erfolgsquote ist im Vergleich zu a- Interferon ähnlich, wobei die Nebenwirkungsrate geringer einzustufen ist. Und auch während dieser Behandlung sind regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen erforderlich. Bei einem Therapieversagen von Lamivudine steht die Substanz Adefovir als weitere Möglichkeit zur Verfügung.

Allgemeine Maßnahmen

Patienten mit chronischer Hepatitis-B sollten sich gegen Hepatitis A impfen lassen. Menschen die mit Patienten mit chronischer Hepatitis B zusammenleben sollten gegen Hepatitis-B geimpft werden, wenn sich bisher bei Ihnen keine Antikörper gegen das Hepatitis-B Virus im Blut nachweisen ließen. Während einer Therapie mit a-Interferon oder auch Lamivudin sollte auf Alkoholgenuß vollständig verzichtet werden.